Powered By Blogger

Montag, 12. Dezember 2011

Erzähl mir von Morgen, ohne gestern zu vergessen!

Erzähl mir von Morgen, ohne gestern zu vergessen!
                                                                 Von Michael Volkmer

Es sind die einfachen Dinge die unser Leben bereichern.  Unsere Gedanken erfinden sich zu oft in unbezifferten Labyrinthen. Bedeutungslosigkeit empfindet jeder Geist, dessen Heim im Verborgenen liegt. Diese Leere zu überbrücken, scheint nicht jedem gegönnt, zumindest auf dem ersten Blick.  In Chronologischen Abständen erzählt uns unser Dasein von jenen Geschichten, deren wir behutsam  lauschen. Es ist der Hauch jener Winde, dessen Atem wir spüren, wenn sich unser innerstes in der Poesie neu erfindet.

Die Laternen erhellten bereits seit einiger Zeit die Straßen.  Dunkelheit war eingekehrt und der Regen hielt inne. Ein leichter Wind fegte durch die Gassen, dessen Leben nun mit fortlaufender Zeit abnahm.  Bäume die sich schier in einem Wettkampf gegenüber standen, bezirsten  die Heimkehrenden, mit ihrer farbenfrohen Tracht.  Und derer, denen die Fähigkeit aberkannt wurde, fanden sich als Laub auf den Gehwegen wieder. Die wenigen Menschen bedeckten sich im Schutze, soweit es ihnen Möglich war.  Es waren nun die vielen bunten Lichter der Restaurants oder Bars , die zum Träumen einluden, um der Kälte zu entfliehen. Die bereits geschlossenen Geschäfte wollten einem in Erinnerung behalten, welche Besorgungen man doch am nächsten Tag zu erledigen hätte.
In jener Zeit, für die die meisten zur Ruhe bedacht, genoss David einen letzten Kaffee.  Seine Gedanken hingen fest. Allein am Tisch, spazierte sein Blick in die Ferne.  „Erzähl mir von Morgen, ohne Gestern zu vergessen“,  stand in großer Schrift, nur wenige Meter von ihm entfernt, auf der gegenüberliegenden Seite. Es war ein Werbeschriftzug, der mit Ihm Kontakt aufnahm.  Ein einziger Satz, dessen Klänge, David nun umfasste. Es erschien als wäre es eine Aufforderung mit einem Aufsatz zu beginnen. Doch wie sollte dieser beginnen? Welche Wortwahl wäre treffend bzw. dazu geeignet den Aufschrei zu verhindern. Doch viel mehr, wie sollte man von Morgen erzählen, wenn man gestern verloren ging und bis dato als vermisst galt? Man muss gestern verstehen, um frei im Morgen zu erwachen.  Es sind schon seltsame Geschichten die uns das Leben diktiert. Oft weit davon entfernt die Farben jener Gemälde zu zelebrieren, zu oft scheinen Farben ausgetrocknet. 
Noch immer ging Davids Blick hinaus.  Für einen kurzen Moment schloss er die Augen und verließ jenen Raum, jenes Cafe in dem er saß. Raum und Zeit lagen nun in seinen Händen und er erlernte für wenige Sekunden das Fliegen.  Zwar waren es in der Realität wenige Sekunden, doch in jener Welt in der David gleitete, waren es Ewigkeiten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl den Boden unter sich zu verlieren und Geschehenes wieder zu entdecken.  Doch er begann sich in seinen eigenen Träumen zu verlaufen. Orientierungslos durch wanderte David seine eigenen Träume,
„der Wind war eisig und durchlief die Straßen mit Kälte. Die Nacht war noch nicht ganz zu neige und der Morgen erst kurz vor dem Erwachen. Als ein Orientierungsloser Mann durch die Straßen schlenderte. Es erfühlte sich ein fremdartiges Bild. Irgendetwas deutete daraufhin, dass hier etwas nicht passte. Er schien als Fremdkörper jener Welt, die Ihn umgab. Selbst seine Schatten, im Lichte der Laternen, schien immer wieder zu versuchen ihren eignen Weg gehen zu wollen. Sein Blick war leer, so als hätte er jene Kunst verloren, seine Umgebung wahr zu nehmen! Verborgen schien ihm jener Halt, jener Halt der uns davor bewahren sollte, das wir erblinden und uns auf unseren wegen verliefen!
Doch auch er ging irgendwie seinen Weg, auch wenn es schien, ohne ein Ziel vor Augen.
In solchen Momente tauchen jene Fragen auf, Fragen nach jenem Schicksal, welches sich wohl dahinter verbergen mochte.
Es sind die Geschichten die das Leben schreibt, jene die einen fesseln. Da sie sich vor unseren Augen abspielen, sie sich gegenseitig vorlesen! Hin und wieder vereinen sie sich und schließen sich zu einem Kapitel.
Wenn man in die Augen jenes Mannes blickte, konnte man die Sehnsucht nach schlaf erkennen!
In mir tat sich ein merkwürdiges Gefühl auf! Es schien die Vorahnung vor etwas, etwas was mich in wenigen Sekunden schlagartig überwältigen würde. Es machte mich unsicher, den ich wusste nicht mit jenem umzugehen! Noch konnte ich es mir nicht erklären.
Je näher jener Mann auf mich zukam, desto so intensiver wurde jenes Empfinden. Es war die Angst die mich nun begann zu fesseln, mich umklammerte und mich zur Geisel seiner machte. Trotz der Kälte begann ich nun zu schwitzen. Mein Herz pochte, so als wüsste es was nun geschehen sollte.
Mehr und mehr wurde mir schwarz vor den Augen, nur noch verschwommen konnte ich meine Umwelt erkennen!
Ich konnte den Klang unaufhaltsamer Schritte, die immer näher auf mich zu kamen, vernehmen. In mir begann ich aufzugeben und entschloss mich meinem Schicksal zu stellen, Was hatte ich auch für eine andere Wahl. Es schien als hätte mir eine fremde Macht fesseln umgelegt.
Nun wurde es auch still. So als besäße jemand die Fähigkeit, jene Natur verstummen zu lassen. Kein Auto das durch die Straßen schlich. Ja selbst die Winde, die gerade eben noch durch die Gassen tobten, hüllten sich in Schweigen und nahmen eine Auszeit!
Plötzlich begann ein grelles Licht mich zu blenden, wie aus dem nichts und ohne sich bei mir vorzustellen.
Ich hielt meine Augen geschlossen, vielleicht war es auch nur ein leiser versuch Schutz zu finden. Wenn es auch lächerlich erschien. Und wenn all dies nicht reichen würde, erklang ein Kräzendes Laut meine Ohren zu betäuben.
In mir tauchten längst verschollene Bilder auf, Bilder die mein Leben wiederspiegelten. Bilder die meinen Weg beschrieben. All diese Erinnerungen schienen mich zu betäuben, mich in einer Gewissenweise zu beruhigen.
Jene ruhe dich sich in mir begann zu verbreiten, setzte sich nach außen, wieder herrschte auf den Straßen toten stille!
Ich selbst hielt meine Augen noch immer geschlossen, als sei dies mein Schutzschild vor dem Ungewissen! Was jedoch nicht verhindern konnte, das mein Körper von der einen auf die andere Sekunde, zusammen zuckte. Denn in diesem Augenblick spürte ich wie jemand die Hand auf meine schultern legte. Mein ganzer Körper begann zu zittern, vorbei war es mit all dem Glauben, der sich in mir verbreitete.
Ohne dass ein Wort fiel, wurde ich aufgefordert meine Augen zu öffnen. Ich konnte mich so sehr wehren wie ich wollte, es nützte nichts! Ich erlag jener fremden Macht, die meiner überlegen war. Langsam begannen sich meine Augen zu öffnen. Zunächst schien noch immer alles verschwommen, lediglich jenes grelle Licht war verschwunden. Nur schwerlich erblickte ich mein Gegenüber.
Mehr und mehr konnte ich die Gesichtszüge erkennen, die mir immer vertrauter wurden. Bis ich sah wessen mir gegenüberstand. Ich konnte keine Angst Verspüren, auch wenn es meine Körper gewollt hätte! Auch konnte ich meinen Blick nicht von jenem Menschen lassen, oder war es doch ein Geist?
Da was ich dann sah, konnte nicht sein! Still und leise vernahm ich jene Stimme. Doch jene worte die zu mir sprachen, konnte ich nicht verstehen, so als würden sie in einer geheimen Sprache auf mich niederprasseln.
Die Augen in die ich dabei blickte, waren jene aus denen ich sah! Denn ich stand mir selbst gegenüber, stand mir selbst im Weg. Doch bevor ich richtig begriff schwanden meine Erinnerungen und ich begann mich zu verlieren, während die Feder meines Schicksals ihrer Erkenntnis mächtig wurde. Und so begann ich mich in den Schätzen jener Wörter die mir mein Herz diktierte zu verschlüsseln.“

Dienstag, 9. November 2010

Poesie des Seins

Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo man sich fragt, warum man eigentlich hier ist? Man fragt sich nach dem Sinn, denn das jeweilige Leben zugrunde liegt! Worauf zielt unser Bestreben? Das Leben erscheint wie eine endlose Prüfung, doch was ist unsere Belohnung? Und woher wissen wir überhaupt, das wir bestanden haben? Auf der anderen Seite ist das Leben das schönste Geschenk und das wertvollste was ein jeder von uns besitzt. Mit den Jahren erlernen wir Reife, die mit uns wächst. Wir forschen während unsere Zeit nach den vielen Geheimnissen die unser Dasein verbirgt, nur die wenigsten werden wir beantworten können. Doch wir werden ein lebenlang nach ihnen suchen. Unser Schicksal reflektiert unseren Weg, Charakterisiert unsere Zeit auf Erden. So als wäre alles in einem Gedicht erfaßt, dessen Zeilen die Blüte unseres Lebens beschreiben. Vers um Vers wird es zitiert um am Ende als ein abgeschlossenes Werk von der Bühne zu verschwinden. Soviel  wurde schon geschrieben, doch müssen wir nur die Augen offen halten, um die verschiedenen Fassaden zu erblicken. Getrieben von der Suche nach Liebe, wir uns das ein oder andere Mal in einer Sackgasse verlaufen. Wo wir an einem Punkt gelangen, an dem wir es nicht für möglich halten, das alles je wieder seinen geordneten Weg gehen wird. Doch sind wir dabei nur von unserer Trauer betäubt. Es sind die Erinnerungen die uns davor bewahren zu vergessen. Es sind unsere Träume die, die Ziele uns vor Augen halten. Unser Schicksal steht geschrieben, doch liegt es an uns was wir daraus machen. Ein jedes Leben ist kostbar und dieses mit einem zu teilen, zwei in einem, war und ist die Erfüllung meines Herzens.
Das Leben erscheint wie ein unüberwindbares Labyrinth. Glaubt man einmal den richtigen Pfad gefunden zu haben, beginnt man  zu erkennen, das man sich doch mal wieder in einer Sackgasse befindet. Die Hoffnung stirbt zuletzt, hieß es in so vielen Sätzen. Doch wie lange können einem diese Sätze Mut machen, seinen Weg nicht aufzugeben. Irgendwann gelangt man doch an jenen Punkt, an dem man solchige Aussagen bezweifelt. Da einfach nichts positives überlebt, um an seinen Glauben fest zu halten. In solchen Momenten, in denen man einem schier unüberwindbarem Gegner gegenüber steht, ein Sieg in weiter Ferne scheint, möchte man seine Augen schließen, um an jenen fernen Ort zu reisen der einen stärkt, stützt und auch beschützt. Das Problem liegt darin, von jenem Ort, den Weg in die Gegenwart zu finden. Doch stellt er die Säulen für jene Träume, die die Hoffnung am Leben hält. Und seine Träume sollte man nie aufgeben! Denn sie sind die Quellen aus denen wir unsere Kraft schöpfen. Die man braucht, da die Poesie des Seins auch in dunklen Stunden ihre Zeilen zitiert. Alles hat seinen Sinn, auch wenn dieser manchmal unverständlich in unseren Augen. Wie gelangen wir an ein besseres Verständnis für  Augenblicke, deren Momente uns mit so vielen Fragen bewerfen. Vielleicht hilft es einem die Quelle seines Ursprungs zu finden und jene zu erforschen. Wer weiß? Man sollte einfach sich und seinen Weg finden, sowie die Unschuld seiner Seele zu bewahren. Dem Herzen treu bleiben, denn es zu betrügen wäre unsere größte Lüge, den die Wahrheit liegt in unseren Herzen. Und so schreib ich von dir, weil du ein Teil von mir. Schließe meine Augen, um mit meinem Herzen zu sehen, um zu sehen was geschehen, um den Weg zurück zu gehen, um zu verstehen.
Von Trance umgeben, beginn ich in vergangenem zu schweben. Zwischen den Welten erwach ich in den Augen vergangener Tage, meinem Ursprung...



Es goß in Strömen, der kalte Wind wehte die letzten Blätter von den Wenigen noch nicht kahlen Bäumen dahin. Die letzten Tage schienen der Vorbote für den Bald bevor stehenden Winter. Alles in einem war es ein grauer Herbsttag jenen Jahres, der die Menschen jedoch näher brachte. Man hatte einfach mehr Zeit für einander, konnte sich die Sorgen teilen und die Freuden gemeinsam genießen. Doch für die jenigen die sich alleine durchs leben schlagen mussten, stärkte es nur noch mehr das Gefühl niemanden zu haben. Sehnsüchte wurden größer. Aber der Dschungel des Lebens vergaß jene, schier ausgestoßene vom Glück. Dessen Floße auf dem Strom des Seins zerschmetterten und so keine Erinnerungen an sich weckten, eben gestrandet ohne Halt. Ein solches Gedicht, wie es nur das Leben schreiben kann, beschrieb auch den Weg eines Menschen, der sich vor Jahren verlief. Es hatte den Anschein, als würde es ihm reichen, und seine letzte Episode wäre bereits fertig gedreht. Nur noch der Abschied vom Publikum war was fehlte. Auf den Straßen träumte er von den Engeln die ihn einst vergaßen. Sein Leben war einsam. Und so betrat er seine Wohl letzte Bühne. Seine Schritte durch die Gassen der Stadt. die ihn wie der Rest der Welt ignorierte, sollten ihn ein letztes mal durch seine Vergangenheit tragen. Doch konnte er scheinbar nichts mehr fühlen, denn sein Herz war verloren auf der Suche nach Liebe. Oft hatte er sich gewünscht, das wie in jener ruhigen Nacht, ihm jemand das Licht schenken würde, womit er den Nebel der sein Leben umhüllte, hinter sich hätte lassen können. Doch blieb nur das Licht der Straßenlaternen. Nichts was seine vom Schicksal geschundene Hoffnung nährte. Das Leben kehrte ihm den Rücken, so das er sich in jener Welt fehl am Platze fühlte, er war ihrer fremd. Doch hatte er genug Selbsterkenntnis, so das sich die Schuld auch auf seinen Schultern verteilte. Er kannte seine Fehler die ihn zu dem machten der er war. Viel Zeit verging und die Wunden die sie hinterließ, waren tief. Vergangene Tage die in Erinnerungen sein inneres quälten. Schlafen konnte er schon lange nicht mehr, jedenfalls nüchtern fiel ihm das schwer. Der Kuss der Betäubung konnte ihn leicht verführen, es gab damals nicht viel Gegenwehr. Auf der Suche nach Halt fand er den Griff zur Flasche. Nüchtern konnte man ja die Realität nicht ertragen.
So viel vergessene Momente auf jener nächtlichen Wanderung, die von Ort zu Ort trugen. Die Bedeutung jener gegenwärtigen Stunden wurden immer deutlicher. Allein und heimatlos. Er war bereit dem Ende zu zugehen, so kniete er ein letztes Mal nieder. Die Winde schienen, als wehten sie letzte Erinnerungen vom Sonnenschein herbei. Sie spielten die Lieder vergangener Augenblicke. Als Kind schienen Träume so nah, man genoß das Leben auch wenn eine Träne in seinem Herzen floß. Die Augen strahlten da die Welt einem damals zu Füßen lag. Man trieb in seiner eigenen Welt, bis man den Pfad dorthin verlor. Die Jahre stahlen die kindliche Unschuld. Man reifte, man wurde Erwachsen, man lernte das Leben auch von anderen Seiten kennen.
Halb vier schlug nun die Uhr jener Nacht. Sein Blick fiel in das Schaufenster eines Sportgeschäftes. Er sah sich in die eigenen Augen und erkannte sich kaum selbst wieder. Was war nur aus ihm geworden? Wie konnte es nur soweit kommen? Er fand keine Antwort, dafür war es nun zu spät. Seine Entscheidung stand fest. So sprach er zu sich selber, „keine Angst, unser Leiden wird bald ein Ende haben, bald ist es vollbracht. ,Vielleicht finden wir so unser Glück“.  Tränen liefen seinem Gesicht hinunter, als er seinen Blick nach oben richtete und seine Stimme die letzten Zeilen zitierte, „Hiermit Bitte ich dich um Verzeihung Gott! Doch mein Herz ist erfroren. Mit jedem Atemzug schreit mein Herz Ihren Namen. Du nahmst mir meinen Engel und somit den Schlüssel zu meinem Paradies. Mein Leben das zu Staub zerfiel. Das Feuer in mir ist erloschen, meine Kraft zu Ende. Bitte verzeih“.
Minuten später fand er sich an jenem Platz, wo einst sein Glück seine Feder beschrieb. Er ließ sich nieder, wie so oft in seiner Kindheit. Genau an der Stelle an die er Flüchtete, wenn die Welt ihm zu grau, zu Dunkel wurde. In der rechten Hand bot er seinen letzten Freund auf. Eine Flasche Schnaps. Käufliche Freundschaft! In der linken Hand hielt er zahlreiche Tabletten, die seine Augen schließen ließen. Nicht lange und beide Hände waren leer. Der Weg war beschritten. Seine Gedanken waren von Trauer getragen, was hätte das Leben nicht schön sein können. Doch das Glück war meist nur noch der Vorbote für Schmerz und Trauer. Aber beschweren wollte er sich nicht, auch wenn er so vieles nicht verstand. Alles hatte sein Sinn. Und so wollte er auch kein Mitleid.
Seine Augen wurden nun langsam schwerer, bis sie sich schlossen und sie zu träumen begannen. Als würde er einen Film vor sich sehen. Man konnte die Schauplätze seiner Vergangenheit erkennen und plötzlich öffneten sich wieder seine Augen. Wenn auch nur schwer, erwachte er in den Augen eines Jungen dessen Geschichte ihm bekannt, da es die seine war...